Wer ist ErSelm ? ErSelm hat ca eintausendneunhundertsechzig Jahre nach Christi Geburt im hinteren Zillertal eine Hebamme und zugleich auch das Licht  der Welt erblickt. Nach einer Kindheit und den Jugendjahren, die allesamt schön waren aber niemanden etwas angehen, durfte er in den  späten Siebzigern des vorangegangenen Jahrtausends in Erwägung ziehen, einen Führerschein zu machen. Ausgestattet mit wenig Wissen  aber doch einer gewissen Anzahl von Schwarzfahrten konnte er auch auf Anhieb das rosarote Papierchen gegen 15.000,-- Schilling  eintauschen und schon wenige Tage später mit einem Mini Cooper an der Vergrösserung des Ozonloches mithelfen.   Da es damals nur ein paar Schillinge mehr gekostet hat, kaufte er auch gleich den Motorradführerschein dazu, weil damals wars nicht so  heikel, mit der Prüfung. Wichtig war, dass man nicht verkehrt auf dem Gerät sass und wenn man schon einmal ein Moped gesehen hat, wars  auch kein Nachteil. Es sollten noch mehr als zehn Jahre verstreichen, bis ErSelm plötzlich den Gedanken fasste, einmal ein Motorrad zu fahren. Heute weiss ich  nicht mehr, ob er bereits eine kleine Midlife Crise herannnahen spürte oder ob er schon zulange nicht mehr richtig erkältet war, egal. Der  plötzlichen Eingebung und der Unterstützung seiner Frau folgend, blätterte er an einem Samstag im Juni 1990 um 13.00 Uhr in der  Samstagsausgabe einer lokalen Tageszeitung (TT) die Angebote für gebrauchte Motorräder durch. Um 13.25 Uhr ward das richtige gefunden,  um 14.30 Uhr mit der Routine eines unsicheren Schwarzfahrers die Probefahrt abgeschlossen und nur einige Augenblicke später wanderten  einige Tausender (damals Schillinge) von einer Hosentasche in die andere, wobei mir nicht mehr ganz in Erinnerung ist, ob seine Augen oder  die des Verkäufers mehr geglänzt haben.  Nun aber war ErSelm stolzer Besitzer einer ca 10 Jahre alten Honda CB750F - auch Bol d’Or genannt.  Irgendwie hatten in etwa zur selben Zeit einige alte Bekannte (mittlerweile tatsächlich “alte”) ähnliche Einfälle und es entstand eine kleine  Truppe Hobby-Motorradfahrer mit der Routine, die den Vergleich mit einem exotischen Abfahrtsläufer bei einer Olympiade nicht zu scheuen  brauchte.  Ein Motorradclub wurde gegründet und als die Frage aufkam, wer macht den Schriftführer, antwortete er mit I Selm , was für diejenigen, die  in der Zillertaler Mundart nicht ganz gelenkig sind, nichts anderes heisst, als Ich selbst.  Da es nicht jeder gehört oder verstanden hat, wer  nun den Schriftführer macht, teilte es der Obmann nochmals mit den Worten Er Selm, übersetzt Er selbst den schwerhörigen der Truppe  mit. Der Name ErSelm entstand und blieb ab diesem Zeitpunkt auch erhalten. Er selbst (ErSelm) glaubt, sich nur noch dunkel an seinen  richtigen Namen erinnern zu können.  Viel Spass. Werner Rauch (ErSelm)